Tuesday, February 26, 2008

The Bookshelf: Shrinking Cities – Re-inventing Urbanism


Aus dem Archplus Archiv Shrinking Cities – Reinventing Urbanism. Archplus Ausgabe, Mai 2005.

Seit Beginn der Industrialisierung sind in den Industrieländern Bevölkerung, Wirtschaft, Wohlstand und Städte nahezu kontinuierlich und meist in rapidem Tempo gewachsen. Wachstum gehört zum Selbstverständnis unserer Denk- und Wirtschaftsweise. Diese historische Epoche geht zu Ende. Die Bevölkerung alter Industriestaaten wie Deutschland, Italien, Japan oder auch Rußland verringert sich. Einige Städte verschwinden, andere verlieren seit Jahrzehnten Bevölkerung und wirtschaftliche Aktivität. Dem Phänomen urbaner Schrumpfung liegen mehrere Transformationsprozesse zugrunde, die im Wettbewerb exemplarisch anhand von vier Stadtregionen bearbeitet wurden: Die Automobilstadt Detroit (USA) steht für Schrumpfung durch Suburbanisierungsprozesse; die Textilregion Ivanovo (Russische Föderation) für Schrumpfung im postsozialistischen Wandel und die ehemalige Industrieregion Manchester/Liverpool (Großbritannien) für Schrumpfung durch Deindustrialisierung. In der Region Halle/Leipzig schließlich sind alle diese Prozesse gleichzeitig wirksam. In welcher Form kann unter diesen Bedingungen heute Planung gedacht werden – trotz der Ernüchterung über die Steuerbarkeit gesellschaftlicher Prozesse im Neoliberalismus? Die im Heft vorgestellten Arbeiten künden keineswegs vom Untergang, sie spiegeln vielmehr ein sich veränderndes Verständnis von Planung wider. So werden Szenarien erdacht, neue Akteursmodelle erprobt und mental maps zur Selbst(er)findung erstellt, um neue Herangehensweisen an die Herausforderungen schrumpfender Städte zu entwickeln. Textsource: Archplus

Ps: Archplus widmet sich seit vier Jahrzehnten dem Experiment. Angesiedelt zwischen Architektur (arch), Stadt, Kultur und Medien (plus) lotet archplus vierteljährlich die Grenzen der sich wandelnden Disziplinen in Theorie und Praxis mit intellektueller Neugier aus. Als unabhängige, konzeptuelle Zeitschrift dient archplus als ein Forum der Auseinandersetzung.

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Now&Then – Wächterhäuser / Shrinking Cities Project 2004

... "For more than 150 years of industrialization there has been a constant growth of cities, turning some of them into massive sprawls. But only until recently there has been some awareness, that due to economical decline and various other factors, cities indeed tend to decrease, to shrink again - and nearly vanish. Globally speaking, the population of every forth city is more or less diminishing, some cities like for example Manchester even lost already half of their population over just two decades. Do we have a crisis, do we have to worry about that? Okay, maybe you didn’t even notice stores closing in your area" … In 2004 the interdisciplinary German art project Shrinking Cities tried to depict this phenomenon with an exhibition that focused on four international cities with major shrinking populations.

Bookshelf
"Atlas der schrumpfenden Städte / Atlas of Shrinking Cities"; Eds. Philipp Oswalt and Tim Rieniets. With editorial assistance from Elke Beyer, Anke Hagemann, Kristina Herresthal, and Henning Schirmel, 160 pp., 37.5 x 26.7 cm, with numerous color illustrations, German / English; Hatje Cantz Publishers, spring 2006; ISBN 3-7757-1714-5; 39.80 Euros.

Link: Shrinking Cities Project, Germany, 2004.

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Monday, February 25, 2008

Wächterhaus, Leipzig die HausHalten e.V


Wächterhaus, Leipzig
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Wächterhäuser
Ein wichtiges Ziel der Leipziger Stadterneuerung ist es, die stadtbildprägenden Ein- und Ausfallstraßen zu revitalisieren. Die an den Hauptverkehrsstraßen liegenden, städtebaulich wichtigen Gebäude sind aufgrund von Lärmbelastung und unterlassener Instandhaltung häufig von Leerstand bedroht und damit weiterem Verfall preisgegeben. Hier sind innovative und kostengünstige Lösungsansätze gefragt. 

Mit dem Ziel, gefährdeten Gebäuden durch unkonventionelle Nutzungsideen neue Perspektiven zu verleihen, gründete sich im Oktober 2004 HausHalten e. V. Wichtigstes Ziel des Vereins ist der Erhalt städtebaulich und baukulturell bedeutsamer Gebäude, die aufgrund schwieriger Rahmenbedingungen für die "klassische" Instandsetzung kaum in Frage kommen. Die "Wächterhäuser" stehen für die Rettung gründerzeitlicher Bausubstanz. Leer stehende Häuser ratloser Eigentümer und engagierte, kreative Nutzer auf der Suche nach Fläche für ihre Ideen finden in ihnen zusammen. Das Grundprinzip der "Wächterhäuser" lautet: Hauserhalt durch Nutzung. Sie allein verhindert Vandalismus und grenzt Witterungsschäden ein, da sie von den Nutzern schnell entdeckt und behoben werden.

Das Grundprinzip der Wächterhäuser ist denkbar einfach: Hauserhalt durch Nutzung. Die Nutzung des Hauses verhindert Vandalismus und grenzt Witterungsschäden ein, da sie von den Nutzern schnell entdeckt und behoben werden. "Viel Fläche für wenig Geld" ist die Maxime, denn es gilt in Zeiten des Überangebotes Fläche zu verschwenden und Nutzungen zu extensivieren, was aufgrund der günstigen Nutzungskonditionen möglich wird. Die Eigentümer werden von Kosten entlastet, ebenso von der generellen Sorge um das Haus. Ihre Aufgabe ist es, die meist getrennten Hausanschlüsse von Elektrik und Wasser wieder anzuschließen und, teilweise mithilfe von Fördergeldern, das Gebäude soweit instand zu setzen, dass eine Nutzung möglich wird. Die Nutzer werden zu "Wächtern" über das Haus. Sie richten sich die Räumlichkeiten nach ihren Vorstellungen her. Die Übernahme der laufenden Betriebskosten für das Haus, ihre handwerkliche Eigenarbeit in ihren eigenen Räumen und die Kontrolle des restlichen Gebäudes sind ihre Leistungen an den Eigentümer.

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